Index Kapitel 1 Kapitel 2 Kapitel 3 Kapitel 4 Kapitel 5 Kapitel 6 Kapitel 7 Kapitel 8 Kapitel 9 Kapitel 10 Kapitel 11 Kapitel 12 Kapitel 13 Kapitel 14 Kapitel 15 Kapitel 16 Kapitel 17

1. Einrichtungen eines Stellwerks

    (1) Die Signalanlagen umfassen den Stelltisch, die Relais-, die Stromversorgungs- und die Außenanlagen. An Stelle eines Stelltisches kann bei größeren Bahnhöfen eine Stelltafel vorhanden sein, damit der Fahrdienstleiter und seine Mitarbeiter stets alle Zugbewegungen im Auge haben.
    (2) Der Stelltisch (-tafel) ist aus Feldern zusammengesetzt und zeigt ein wirklichkeitsähnliches Bild der Gleis- und Signalanlagen (Gleisbild). Die Felder enthalten zum Teil Drucktasten, Melder und/oder Zählwerke.
    (3) Bei den Drucktasten unterscheidet man 
    • Innentasten im Gleisbild und
    • Außentasten -in der Regel Gruppentasten-, die am Rand des Stelltisches in farbigen Gruppentastenblöcken zusammengefaßt sind. Es werden folgende Farben verwendet:
      • blau, für Tasten, die etwas mit Weichen zu tun haben,
      • rot, für Tasten, die etwas mit Signalen zu tun haben,
      • grün, für Tasten, die etwas mit Fahrstraßen zu tun haben,
      • grau, für alles, was mit der Stromversorgung zusammenhängt und
      • gelb, für Tasten, die etwas mit Bahnübergangssicherungen zu tun haben (werde ich hier nicht behandeln).
    (4) Die Melder zeigen die Stellungen der Weichen, die Halt- bzw. Fahrtbegriffe der Signale, das Frei- oder Besetztsein der Gleise und Weichen und den Betriebszustand der Stromversorgungsanlage an. Die Melder können Ruhelicht oder Blinklicht zeigen oder dunkel sein.
    (5) Die Relaisanlage verbindet den Stelltisch mit den Außenanlagen. Sie steuert die Signalanlagen und stellt die Abhängigkeiten her (z.B. Signalabhängigkeit).
    (6) Die elektrische Energie  für die Signalanlage wird in der Regel dem öffentlichen Versorgungsnetz entnommen. Bei Netzausfall wird die Stromversorgung der Relaisanlage durch eine 60-V-Batterie, die Stromversorgung der Wechselstromverbraucher durch selbstätig anlaufende Umformer übernommen, bis das Netzersatzaggregat die Signalanlage versorgt.
    (7) Zur Außenanlage gehören Signale, Weichen, Gleissperren, Gleisfreimeldeabschnitte, Schlüsselsperren, Handverschlüsse, Nahbedienungsstellen, Weichenschlüsselbuden und Anschlußstellen.
    (8) Alle an die Relaisanlage angeschlossenen Signale sind Lichtsignale. Haupt- und Haupt/Sperrsignale sind in der Regel mit Ersatzsignalen oder Vorsichtsignalen ausgerüstet.
    (9) Ferngestellte Weichen und Gleissperren werden durch elektrische Antriebe umgestellt. Das Umstellen dauert in der Regel 3 bis 5 Sekunden.
    (10) Ortsgestellte Weichen und Gleissperren, die zu Fahrstraßen gehören, sind durch Riegel- bzw. Gleissperrenschlösser gesichert und über elektrische Schlüsselsperren signalabhängig.
    (11) Das Frei- oder Besetztsein der Gleise und Weichen wird in der Regel durch selbsttätige Gleisfreimeldeanlagen überwacht. 
    In Bahnhofsbereichen werden üblicherweise Gleisstromkreise benützt, während auf freier Strecke meist Achszähler zum Einsatz kommen.
    (12)
    • Besetzte Gleisfreimeldeabschnitte werden durch die rot leuchtenden
      • Gleismelder der Gleisabschnitte sowie
      • Spitzen- und Stellungsmelder der Weichen
      angezeigt. 
    • Freie Gleisfreimeldeabschnitte im Fahrweg einer Zug- oder Rangierstraße werden nach der Bedienung der Start- und der Zieltaste durch die gelb leuchtenden
      • Gleismelder der Gleisabschnitte sowie
      • Spitzen- und Stellungsmelder der Weichen
      angezeigt. 
      • Bei freien Weichen leuchtet der Stellungsmelder auch dann gelb, wenn
      • die Weiche gesperrt ist,
      • es sich um eine Mittelweiche oder Flankenschutzweiche handelt ,
      • die Weichentaste gedrückt wird oder
      • die Weichenausleuchtung eingeschaltet ist.
    • Bei dunklen Meldern ist der Gleisfreimeldeabschnitt nur bei leuchtendem Fahrtmelder auf Freisein geprüft.
    (13) Bei Gleisstromkreisen fließt in Grundstellung (Gleisfreimeldeabschnitt frei) durch die isolierte Schiene ein Strom, der die Freianzeige bewirkt. Es ist immer nur eine Schiene isoliert, die andere ist für den Rückstrom aus der Oberleitung geerdet. Die Gleisströme haben eine andere Frequenz als Stellstrom (u. Oberleitung), um Beeinflussungen auszuschließen.  Bei besetztem Gleisfreimeldeabschnitt wird durch den Kurzschluß der Fahrzeugachsen über die geerdete Schiene die Besetztanzeige ausgelöst.
    (14) Bei Gleisfreimeldeeinrichtungen mit Achszählern werden die in den Gleisfreimeldeabschnitt ein- und ausfahrenden Achsen gezählt und deren Anzahl wird miteinander verglichen. Der Gleisfreimeldeabschnitt wird als 
    • frei angezeigt, wenn die Anzahl der ein- und der ausgezählten Achsen gleich ist bzw.
    • besetzt angezeigt, wenn eine Differenz zwischen den ein- und den ausgezählten Achsen besteht.
    Die zur Zeit bei der DB AG verwendeten Achszähler kommen bei mahr als 250 Achsen wieder in Grundstellung, das entspricht der maximal zugelassenen Zuglänge von 700 Metern. 
    (15) Die Signalanlage kann ergänzt sein durch 
    • Einrichtungen für
      • Nahstellbetrtieb
      • Selbststellbetrieb
      • Zuglenkung
      • Fernsteuerung
      • selbsttätigen Streckenblock
    • Nummernstellpult
    • Zugnummernmeldung
    • Selbsttätig schreibende Geräte
      • Zugnummerndrucker
      • Belegblattschreiber

      • Störungsdrucker.