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12. Störungen an Weichen und Gleissperren

    (1)
    • EineWeiche oder Geissperre gilt als gestört, wenn auch nach wiederholtem Bedienen der Stellungsmelder dauernd blinkt oder bei eingeschalteter Weichenausleuchtung dunkel bleibt, der Wecker ertönt und der Weichenstörmelder rot blinkt (vgl. Bild 12.1).
    12.1
    Bild 12.1
    Weichenstörung
     
    • Die Weiche oder die Gleissperre ist nicht gestört,
      • in der Stellung, bei der der Stellungsmelder Ruhelicht zeigt, wenn beim Umstellen der Wechsel von Blinklicht bzw. dunkel in Ruhelicht beobachtet wurde oder
      • wenn sie zu einer Zugstraße gehört, deren Festlegemelder leuchtet.
     
    (2)
    • Blinkt beim Umstellen einer Weiche der Stellungsmelder länger als ca. 6 Sekunden und sind die Weichenlaufmelder dunkel, hat die Weiche die Endstellung nicht erreicht. Der Stellstrom wird abgeschaltet; der Wecker ertönt und der Weichenstörmelder blinkt rot.
    • Erlöschen die Weichenlaufmelder nicht nach ca. 6 Sekunden, ist der Stellstrom noch nicht abgeschaltet. Nach 2,5 Minuten ertönt der Wecker erneut und die Weichenlaufmelder blinken rot (vgl. Bild 12.2); der Stellstrom wird abgeschaltet. Solange die Weichenlaufmelder rot blinken. sind die Weichen nur einzeln stellbar.
    12.2
    Bild 12.2
    Stellstrom abgeschaltet
     
    (3) Fällt der Stellstrom während eines Fahrstraßeneinlaufs aus, können Weichen und Gleissperren in Halbstellung verbleiben. Die Stellungsmelder dieser Weichen und Gleissperren blinken gelb. Ist der Stellstrom wieder vorhanden, sind die Weichen und Gleissperren durch Bedienen der Weichengruppentaste und der Weichentaste in eine Endstellung zu stellen. Anschließend laufen die Weichen und Gleissperren in die für die Fahrstraße erforderliche Stellung um.
    (4) Bei einer aufgefahrenen Weiche erscheint die Auffahrmeldung. Ist der Weichenabschnitt noch besetzt, blinkt der Melder des aufgefahrenen Stranges abwechselnd gelb und rot, der andere gelb und der Melder der Weichenspitze leuchtet rot (vgl. Bild 12.3). Nach dem Räumen des Weichenabschnitts blinken beide Stellungsmelder gelb (vgl. Bild 12.4). Die Weichenauffahrtüste und die Weichentaste sind zu bedienen. Vorhandene Folgeahhängigkeiten sind bei der Bedienung zu beachten. 
    12.3
    Bild 12.3
    Weiche aufgefahren und noch besetzt
     
    12.4
    Bild 12.4
    Weiche aufgefahren und nicht mehr besetzt
     
    (5) Weichen oder Gleissperren, die infolge einer Störung nicht mehr ferngestellt werden können, sind mit der Handkurbel umzustellen. Der Stellungsmelder muß vorher durch Tastenbedienung in die Stellung gebracht werden, in der die Weiche oder Gleissperre gebraucht wird (sonst Auffahrmeldung). Vor dem Umkurbeln ist die wegen der gestörten Weiche nicht eingelaufene Fahrstraße zurückzunehmen. Der Stellstrom ist am Weichenantrieb abzuschalten. Es ist zu kurbeln, bis der Spitzen- und Mittelverschluß die anliegende Zunge in der Endstellung verschlossen haben und der Antrieb hörbar umschaltet. Nach dem Umkurbeln ist die Handkurbel zu entfernen und der Stellstrom wieder einzuschalten. Stelltischbediener dürfen eine Weiche nicht vom Antrieb trennen.
    (6)
    • Kann der Schlüssel einer Schlüsselsperre auch nach wiederholter Bedienung der Freigabe nicht entnommen werden, darf der Ersatzschlüssel nur ausgehändigt werden, wenn keine Zugfahrten zugelassen sind, zu deren Fahrstraße diese Weiche gehört. Die Bedienungstasten aller betroffenen Zugstraßen sind durch Hilfssperren zu sichern.
    • Leuchtet nach Rückgabe der Schlüsselfreigabe der Schlüsselfreigabemelder weiter rot, hat der Wärter sofort festzustellen, ob der Schlüssel in der Schlüsselsperre eingeschlossen ist. Kann der Schlüssel nicht eingeschlossen werden, ist er im Stellwerk am Schlüsselbrett zu verwahren.
    (7) Wird bei eingeschaltetem Nahstellbetrieb eine ferngestellte Weiche im Nahstellbereich aufgefahren, erscheint die Auffahrmeldung in der Regel nur im Stelltisch. Der Nahstellbetrieb ist zurückzunehmen.
    (8) Kann der Nahstellbetrieb (z.B. wegen Störung einer Schutzweiche des Nahstellbereichs) nicht freigegeben werden, ist die Freigabe durch Bedienen der Nahstellbetriebsausschalttaste und der Weichengruppentaste zurückzunehmen.
    (9) Durch Störungen der Weichenlaufkette kann bei einigen Stellwerken der Weichenlaufkettensperrmelder rot blinken. Die Weichenlaufkette ist zu sperren. Fahrstraßen sind dann nur einstellbar, wenn sich die Fahrwegelemente in der erforderlichen Stellung befinden bzw. zuvor durch Einzelbedienung in die erforderliche Stellung gebracht worden sind.