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15. Störungen beim Einstellen und Auflösen von Fahrstraßen

    (1) Eine nicht oder nur teilweise eingelaufene Zugstraße ist bei dunklem Festlegemelder wie eine Rangierstraße zurückzunehmen. Kann die Zugstraße so nicht zurückgenommen werden, ist die Zugstraße wie bei leuchtendem Festlegemelder hilfsaufzulösen. Die Zugstraße ist erneut einzustellen. Läuft auch dann die Zugstraße nicht vollständig ein, ist sie wie bei Fahrten ohne Hauptsignal zu sichern.
    (2) Eine nicht oder nur teilweise eingelaufene Rangierstraße ist zurückzunehmen. Die Rangierstraße ist erneut einzustellen. Läuft auch dann die Rangierstraße nicht vollständig ein, sind die Weichen einzeln zu stellen und einzeln zu sperren.
    (3) Läuft eine Fahrstraße nur teilweise ein, weil der Stellungsmelder oder der Verschlußmelder einer Weiche blinkt, ist nach Rücknahme der Fahrstraße zu versuchen, die Weiche einzeln zu stellen.
    (4)
    • Die Festlegung einer Zug- oder Zughilfsstraße ist gestört und deren Festlegemelder nicht mehr gültig, wenn
      • der Festlegemelder bei vollständig aufgelöster Zugstraße nicht erlischt,
      • der Festlegemelder vorzeitig aufleuchtet (z. B. wenn die Zugstraße noch nicht ordnungsgemäß eingelaufen ist),
      • bei leuchtendem Festlegemelder die Zugstraße oder einzelne Weichen mit der Fahrstraßenrücknahmetaste aufgelöst werden können. Der Festlegemelder gilt erst dann wieder als ordnungsgemäß wirkend, wenn der signaltechnische Beamte die Beseitigung der Störung bescheinigt hat.
    • Bei Fahrten ohne Hauptsignal ist - auch wenn der Festlegemelder leuchtet - vor Zulassung einer Zugfahrt anhand der Melderanzeigen zu prüfen, ob die Zugstraße ordnungsgemäß eingelaufen ist und als frei angezeigt wird. Außerdem ist festzustellen, ob alle Sperrsignale am Fahrweg in die Sh I-Stellung gelangt sind.
    (5) Wird eine Fahrstraße nicht oder nur teilweise durch den Zug oder die Rangierabteilung aufgelöst, ist wie folgt zu verfahren: 
    • Für die Gesamt- und Teilauflösung von Zugstraßen sind die Fahrstraßenhilfstaste und innerhalb von 5 Sekunden die Zugstraßentasten am Start und Ziel zu bedienen. Kann so nicht aufgelöst werden, sind die Weichen und Gleisabschnitte mit der Fahrstraßenhilfstaste und der Weichen- bzw. Gleistaste einzeln aufzulösen.
    • Für die Auflösung des D-Weges sind die Durchrutschweghilfstaste und die Zugstraßentaste am Ziel zu bedienen, sofern er nicht durch die Durchrutschwegrücknahmegruppentaste und (innerhalb von 5 Sekunden) der Fahrstraßenrücknahmetaste und der Zugstraßentaste am Ziel zurückgenommen werden kann.
    • Für die Gesamt- und Teilauflösung von Rangierstraßen sind die Fahrstraßenrücknahmetaste und innerhalb von 5 Sekunden die Rangierstraßentasten am Start und Ziel zu bedienen. Kann so nicht aufgelöst werden, sind die Weichen und Gleisabschnitte durch Bedienen der Führstraßenrücknahmetaste und der Weichen- bzw. Gleistasten einzeln aufzulösen.
    • Kann bei Rangierstraßen mit Flankenschutz durch Weichen nicht mit der Fahrstraßenrücknahmetaste aufgelöst werden, sind die Weichen und Gleisabschnitte durch Bedienen der Fahrstraßenhilfstaste und der Weichen- bzw. Gleistasten einzeln aufzulösen.
    (6) Ist Selbststellbetrieb eingeschaltet und blinkt bei Annäherung des Zuges der Selbststellbetriebsmelder länger als im Regelfall, ertönt ein Wecker und der Selbststellbetriebsstörmelder blinkt rot (vgl. Bild 15.1). Die Zugstraßentasten sind dann zu bedienen. Läuft die Zugstraße nicht ein, ist der Selbststellbetrieb sofort zurückzunehmen. Die Melder und der Wecker werden dadurch abgeschaltet. 
    15.1
    Bild 15.1
    Selbststellbetrieb für Signal A gestört