Herrscht momentan auch
überall in Deutschland eisige Kalte, so wurde doch zumindest
den Besuchern der Lauterer Fillmore musichall am
Donnerstag ordentlich eingeheizt. Mit fetziger Sixties-surfmusik
präsentierten sich The Apemen aus Holland.
Die seit 1990 bestehende Formation mit Ursprung in Tilburg nahe
der Belgischen Grenze gab ihr Debüt mit der LP Are
you being surfed. Während diese nach eigenen Angabe
schon ewig ausverkauft sei, ist Ihre zweite und aktuelle Scheibe
Surfvival of de Onbeschoftste, noch erhältlich.
Die Band. die sich stilecht von der Frisur, der Kleidung bis
zu den Röhrenverstärkern gibt, schien direkt der Musicsendung
der 60er jahre Beat Club entsprungen und könnte
durchaus die Titelmusik zur schrägen US-Kultserie Addams
Family geschrieben haben. Mit Affenmasken und Anzügen
in schmaler Linie erstürmten die vier Holländer die
Bühne und rissen das Publikum mit temporeichen Liedern wie
De Wip und Surf Dracula regelrecht in
den Strom ihrer Wellen.
Ihr Sound wird im hohem Masse von dem fingern des Albert Benier
an seinem melodisch-treibenden orgel geprägt. Mit den worten
Ich bin heiß, weil es hier heiß ist,
entledigte sich Bassist und Sprecher der band DavidDon
PorroAndriesse, seiner haarigen Köpfbedeckung und
stellte sich als der neue Rudi Carrell vor. Da sie alle Anhänger
des deutschen schlagers sind, widmete er das folgende Lied dem
grosse Vorbild Heino. Het grote Surffeest und Cor
Steijn rides the wild sind Songs met westernflair á
la Peter Gunn. Jeroen v/d Sande eine punkige Version
von Ricky King, lässt die Gitarre flirren und hallen, angetrieben
von beatmässigen minimalslagzeug des BeckenkönigsMike
Rosema. Bei dieser fiedlig rödelnden musik kann gerne auf
Gesang verzichtet werden. So ist El Rey Del Surfing
eines der wenigen Lieder in denen Don Porro zum Mikrofon
greift, abgesehen vom affenartigen Geschrei zu Just Party.
Fast ohne jegliche Unterbrechung ihres professionellen Spielflusses
machten The Apemen erst nach über einer stunde eine kurze
pause, während das Publikum begeistert Zugabe forderte.
Man liess sich nicht lange bitten und beschrieb das folgende
Lied als living room dance music, zu der man einfach
tanzen mus.
Mit einer showträchtigen einläge, in der Jeroen van
der Sande und der vor ihm knieende bassist gemeinsam gitarre
spielten, wurde das einzige Konzert von The Apemen in Deutschland
beendet. Anja Richter
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