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An example:
excerpt from the book "Diesen Weg sind wir
gegangen" by Leutnant und Zugführer Joachim Stempel (Pz.GrenRgt.
108 i.d.
14. Panzer-Division).
24.10.1942
Angriff zur Inbesitznahme des
Verwaltungsgebäudes der "Brotfabrik".
"Und dann ist es schon soweit! Vor uns
das Verwaltungsgebäude der
Brotfabrik!" Und dann kommen sie - unsere Stukas! Wir greifen an! Meter
um Meter schieben wir uns weiter vor, immer den vor uns ihre Bomben
werfende Sturzkampfbomber nach. Sirenengeheul, Krachen, Bersten,
Splittern, Dreckfontänen durch die detonierenden Bomben!
Feuerstöße der hochziehenden Maschinen, die auch zum Teil
bei uns -um uns- mit ihrem widerlichen Knallen erreichen, daß wir
vorübergehend in Deckung gehen müssen. Und dann rauscht es
über uns hinweg- hoffentlich nicht zu kurz - unsere Artillerie!
Aber auch von den anderen Seite her! Ganze Serien von Lagen der sowj.
Artillerie lassen die Erde erbeben, krachend schlagen sie dort
drüben in die noch stehenden Fabrikwände ein und verbreiten
ein Getöse - wie von einem in einen Bahnhof hereindonnerden
S-Bahnzug! Unglaublich, man versteht nichts mehr. Wir springen weiter
von Trichter zu Trichter, von Erdaufwurf zum nächsten Mauerrest!
Nur ran an den Häuserblock, ran an die nächste Deckung. Und
schon bricht es wieder über uns herein - Feuer sowj.
Salvengeschütze! Weiter! - die letzten hundert Meter sollen wir
noch überwinden, bis zur Wolga vor!
Aber die Russen verteidigen zäh und verbissen jedes Erdloch und
jeden Schutthaufen - und überall lauern die Scharfschützen,
die mit ihrem Feuer, das uns flankierend packt, blutige Verluste
beibringen. Sie hocken überall, aber sie sind überhaupt nicht
auszumachen.
Als es langsam zu dunkeln beginnt, die
Sicht nur noch ungenügend
ist, um etwas zu erkennen, stellen wir den Angriff ein und gehen so in
Stellung, daß wir vor nächtlichen Überraschungen
gesichert sind und jede feindlichen Annäherung rechtzeitig zu
erkennen vermögen. Melder zu den Zügen, Zugführer zur
Kompanie! Gefallene bergen, Verwundete zum Abtransport vorbereiten.
Abendmeldung mit Einsatzskizze fertigen und zum Batallion! Hier kommt
keiner zur Ruhe, alles ist hellwach, auch auf alles gefaßt! Und
jeden bedrängt die Frage, was wird uns der morgige Tag bringen?
Die ganze Nacht hindurch ist bei uns "der Teufel los"! Gerade sind die
Essenholer in unserem Rücken - auf dem Weg zu uns - von Sowjets
abgeknallt worden! Die Russen kommen aus irgendwelche Schächten,
die hinter unsere HKL führen,
heraus, lauern dann in der Dunkelheit meldern, Munitions- und
Verpflegungsträgern auf, überwältigen sie und machen sie
nieder. Und da die Sowjets immer noch in einigen Gebäudeteilen der
Brotfabrik vor
und rechts von uns sitzen, wird heute erneut angegriffen. Wir machen
uns fertig, schauen uns alle noch einmal an - Blick auf die Uhr -
jetzt!
Meter um meter geht es wieder langsam
vorwärts. Stundenlang
brauchen wir bis zum nächsten Ziel! feuerschutz afbauen -
vorarbeiten - geduckt, flach an die Erde gepreßt und jede, auch
noch so kleinste Deckungsmöglichkeit ausgenützt. Und immer
den Blick rundum gerichtet, wo steckt der Russe? Und
da sehen wir sie wieder - direkt vor uns - auf 50 Meter nur - die
Köpfe der Rotarmisten! Erdbraun wie alles, was hier noch
übrig geblieben ist. Es knallt hell und pfeift uns um die Ohren!
Wieder Ausfälle an Toten und Verwundeten! Mein Gott, wie viele
werden es heute Abend wieder sein, die dann in der Dunkelheit geborgen
und zurückgeschleppt werden müssen? Rechts von uns greifen
die Kradschützen an! Wir hören sie, ihre Rufe und iher
Feuerstöße! Und über uns allen die Rauchschwaden von
den brennenden Gebäuden, den Öltanks links von uns und von
den glühenden Resten der Werkhallen. Und dann plötzlich -
wieder kommen unsere Sturzkampfflieger heran! Wir schießen
Leuchtzeichen "weiß", damit sie sofort unsere vordere Linie
erkennen und ihre Bomben dann so nahe wie möglich vor uns in den
Feind werfen können! Und jetzt - überall steigen weiße
und gelbliche weiße Leuchtzeichen zum Himmel. Überall "Hier
sind wir!". Wie sollen die Flugzeugfhr. jetzt ausmachen können, wo
die deutsche Spitzen stehen? So kurven, drehen sie - dann kippen sie
plötzlich ab! Mit ohrenbetäubendem
Sirenengeheul kommen sie heruntergestürtz! Weit vor uns, direkt
vor uns - und, mein Gott, auch hinter uns! Neue Riesenkrater entstehen,
Rauch- und Qualmwolken sowie der Dreck von Erdfontänen verdunkeln
das gelände und hüllen zeitweilig alles ein! Keine Sicht
mehr. Jetzt plötzlich
Maschinengewehrfeuer! Selbständig von den Gruppen. Schreie, Rufe -
Motorengeräusch! Gegenstoß der Sowjets! Und da erkenne ich
sie auch. 30 bis 40 Meter vor uns, direkt vor uns - geduckt, schnell -
ohne Stahlhelm, alle in Mützen! Jetzt überschütten wir
sie mit dem Feuer aller Waffen. Und Artillerie-Sperrfeuer muß
her! Leuchtzeichen "Rot"! Schnell, schnell! Und da faucht es auch schon
heran, unsere Artillerie riegelt ab. Granatwerfergeschosse surren und
zischen, sie sind überraschend da! Ein
Indeckunggehen nützt da nichts mehr!
Copyright: J. Wijers / J. Stempel 2007