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das taktische Zeichen der 16.Pz. Division
"In Memoriam:
Generalleutnant Günther Angern"


Copyright: Traditionsverband ehem. 16.Pz. Div.

Kommandeur der 16. Panzer-Division
Im letzten Gefecht ist er gefallen - unser Divisions-Kommandeur im Kessel von Stalingrad.

<>O1 der 16. Pz. Div. Oberleutnant Franz BrendgenO1 der 16. Panzer-Division, Oberleutnant Franz Brendgen berichtet (links im Bild):
"Im Morgengrauen des 2. Februar 1943 begann dann nicht das täglich gewohnte Trommelfeuer der Russen, sondern plötzlich kam von Süden her, also von links, für uns der Ruf "Der Russe von links!", "Russe im Rücken", "der Russe ist durch!"

 
"Russische Truppen waren links durchgebrochen. Ich stürzte aus dem Unterstand heraus, in dem ich etwa eine Stunde geruht hatte und rannte durch die Trümmer der Betonfabrik. Mit Leutnant Poschinski, der hart neben mir war, konnte wir uns noch mit einer kurzen Feuergarbe einen Ausweg freischießen, landeten auf einer freien Schneefläche, durchliefen eine kurze Strecke die Pläne und erreichten dann vor dem Schnellhefterblock eine Gruppe von Offizieren, bei denen sich General Angern befand. "

"Weiter nördlich, aus dem Traktorenwerk, hörten wir noch Kampflärm. General Angern beriet dann mit uns wenigen Männern, die sich ihn scharten. Wir beschlossen, weiter zum Traktorenwerk zu gehen, um uns dort an der letzten Stelle der Front den noch kämpfenden deutschen Soldaten einzugliedern."

"Nach wenigen 100 Metern erkannten wir bereits, daß sich zwischen uns und dem Traktorenwerk der Russe schon einschob. Es wurde erneut kurz beraten, was zu tun sei. Unsinn, mit einer Handvoll Männern in diesem Augenblick eine neue Kampffront zu bilden! "

"Der erste Gedanke - der wohl alle Soldaten in den letzten Wochen in Stalingrad beseelt hat - sich irgendwie nach Westen durchzuschlagen, um die neue deutsche Front zu erreichen, wurde lebhaft diskutiert. Es war aber klar, daß ein so großer Trupp niemals unbemerkt bzw. mit Erfolg die russische Linie durchbrechen konnte.

General Angern sprach dann noch einige wenige Worte zu uns und bedankte sich bewegt für alles, was ihm seine treue Soldaten gegeben und bedeutet hätten. Er enließ dann jeden einzeln mit Handschlag.
Während dieses letzten Geschehens waren immer zwei Männer an seiner Seite, die mir aus dem Divisionsstab flüchtig bekannt waren. Es waren ein Unteroffizier und sein Bursche. Ich selbst blieb noch eine Weile bei General Angern und seinen beiden Getreuen, bis er sich plötzlich umwandte und zu mir sagte: "Brendgen, bleiben auch Sie zurück und versuchen Sie durchzukommen; das ist ein Befehl!"

"General Angern verschwand dann nach einige Schritten hinter den Trümmern eines zerschossenen Hauses, in Richtung auf die Wolga zu. Später in der Gefangenschaft erfuhr ich dann aus russischen Berichten, daß General Angern auf dem Schlachtfeld von Stalingrad innerhalb der Trümmer tot gefunden worden ist. Ich nehme an, daß er bei seinem Versuch, über die Wolga nach Süden noch irgendeinen Fluchtweg zu finden, auf russische Truppen gestoßen und im Kampf gefallen ist. "

Copyrights: Hans J. Wijers 2007 Ausschnitte aus pers. Information von Oblt. Dr. Franz Brendgen (verst. 2000).